Holzspielland stellt sich vor

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Donnerstag, 26. April 2012

Betreuungsgeld..what a fuck..



Ich kanns schon überhaupt nicht mehr hören: Die Diskussionen um Betreuungsgeld werden immer seltsamer. Hier werden Mütter in Kategorien eingeteilt, die teils schon skurril sind. Ich versuche es mal satirisch darzustellen:

1. Die Assi-Mutter:

Frau ohne Bildung, mit Alkohol und anderen Suchtproblemen, vernachlässigt die Kinder, die sowieso nur vor dem Fernseher sitzen. Sie leben zu 99,9% von Hartz 4. Diese Mütter bekommen kein Betreuungsgeld, weil der Fernseher die Betreuungsarbeit übernimmt und der Staat diese Kosten sowieso schon bezahlt...Pech gehabt!

2. Die Heimchen am Herd-Mutter:

Sie lebt in der klassisch christlichen Rollenverteilung der 60er Jahre, bereitet am Abend dem Mann das Essen zu, der sich für die Familie beruflich aufreibt. Die Erziehung der Kinder bleibt vollständig an ihr hängen.Sind die Kinder groß, trennt sich der Mann und ihr Leben endet in Altersarmut und Depression. Diese Frau bekommt Betreuungsgeld. Danke lieber Staat!

3.Die Karriere-Mutter:

Sie bekommt Kinder, weil sie sich sonst unvollkommen fühlt. 4 Wochen nach der Geburt stellt sie sich wieder dem Arbeitskampf. Die Organisation der Betreuung ist bis ins Kleinste und lange im voraus  geplant. Geld spielt, wenn überhaupt, eine untergeordnete Rolle. Betreuung kann man sich leisten.
Für sie ist Betreuungsgeld lächerlich und entspricht einem Trinkgeld. Klar, dass man darauf verzichten kann, dafür bleibt man nicht daheim und stellt sich der Drecksarbeit.

Und jetzt eine Muttergruppe, die in den Diskussionen um das Betreuungsgeld vollkommen vergessen wird:

4.Die ganz normale Mutter:

Sie bekommt gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Kinder, weil sie diese unabhängig von Subventionen lieben und sie sich nicht vorstellen können ohne diese zu leben. Sie übernimmt freiwillig in den ersten Jahren die Erziehungsarbeit,fördert und unterstützt ihre Kinder in allen Situationen. Sie sieht ihnen beim Aufwachsen zu und freut sich an allen kleinen Entwicklungsfortschritten.Sie ist durchaus in der Lage zu sagen, ich kann mein Kind am Besten betreuen, auch wenn ich keine Ausbildung als Erzieherin abgeschlossen habe. Für sie gibt es Betreuungsgeld, auch hier..Danke, lieber Staat! Die wichtigste Arbeit, die täglich von ganz vielen tollen engagierten Müttern geleistet wird, wird mit Almosen abgetan. Fremdbetreuung kostet dem Staat ein vielfaches mehr. Die Wertschätzung einer Mutter ist gleich Null, oder liegt- hmm..wieviel war es noch... fette 150 € monatlich für ein ganzes Jahr. Da kann man es so richtig krachen lassen. Also zumindest in dem Jahr.. Nicht vergessen, die Kinder sind nach dem Ablauf des Jahres garantiert noch da und können sich dann immer noch nicht alleine versorgen..also, mich wundert es wirklich nicht, warum die Geburtenzahlen derart in den Keller gehen. Wir leben in keinem kinder freundlichen Land und die Rahmenbedingungen für Kinder werden trotz intensiver Bemühungen doch eher schlechter, als wie gehofft, besser.

Betreuungsgeld-ein Armutszeugnis für einen modernen Staat. Gut, dass unsere Eltern auch Kinder bekommen haben ohne Kindergeld, Betreuungsgeld und den ganzen Unterstützungen, sonst wären wir gar nicht da und müssten  nicht überlegen, was mach ich jetzt nur mit meinem eigenen Kind...


Mein Vorschlag:

Alternative Formen als Anerkennung der Erziehungsarbeit:

Erziehungsbonuspunkte: Alle Vorsorgeunteruchungen durchgeführt volle Punktzahl, Kind in mindestens einem Sportverein-Bonuspunkt, Musikinstrument-Bonuspunkt, Zahnspange-Bonuspunkt,Schulbildung entsprechend bis 3 Bonuspunkte und so weiter. So kann man sich seine durch Erziehungsarbeit verlorene Rentenbezüge erbonusen und die Altersarmut schlägt weniger hart zu. Das wäre doch sinnvoll....sinnvoller als Milliarden Euros hoffnungslos nach Griechenland zu karren..und wir Mütter stehen später im Regen..

Dann noch mein alternatives Lieblingsmodell: Im Rentenpflegealter( so ab 100) ziehe ich jeweils für 3 Monate pro Jahr im Wechsel zu meinen 4 Kindern. Generationenvertrag gelebt ohne jegliche Hilfe vom Staat...Das habe ich meiner Jüngsten(fast 8) gerade versucht schmackhaft zu reden...Sie ist noch nicht so weit und ich eigentlich auch nicht...


Betreuungsgeld für mich definitiv der falsche Weg und das falsche Signal für moderne Frauen.

Kommentare:

  1. Du hast sooooo recht!
    Wobei ich den Vorschlag bezüglich abwechselnd bei den Kindern zu leben immer noch am besten finde!!!

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  2. Sehr gut geschrieben!

    DANKE DAFÜR !!!
    TRAUMHAFT!!!!!!!!!

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  3. Tja, da sitzen so viele am Tisch und die kosten Geld und müssen ja bezahlt werden. Wenn man bedenkt wie lange sie brauchen um so einen Mist zu planen, könnte man sich was gescheites überlegen und auch finanzieren
    Jessi

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  4. Toller Artikel und du hast so Recht damit!! Dein Blog ist mal eine erfrischende Abwechslung!! Gefällt mir :-) Liebe Grüße Isa

    labellestyleandmakeupbook.blogspot.com

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  5. Wie treffend :-)
    Ich habe neulich etwas ebenso passendes gefunden, was hervorragend zum Thema und zur Anerkennung passt:

    An alle, die meinen, dass sie immer sooo harte 8 Stunden arbeiten!!!
    Ob ich arbeite? Ja, ich arbeite 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit!
    Warum? Ich bin MAMA!!!Ich bin Vollzeitmanagerin, Köchin, Reinigungsdienst, Chefeinkäuferin, Lehrerin, Schiedsrichter, Erzieherin, Sanitäter, Krankenschwester, Handwerker, Taxi, ein Berater und Tröster...
    Ich habe KEINEN Urlaub oder andere freie Tage, denn ich arbeite Tag und Nacht, ob ich gesund bin oder krank.
    Ich bin rund um die Uhr auf Abruf verfügbar!
    Jetzt sag mir einer nochmal deine Aufgabe ist schwieriger als meine!!!

    Wenn ich mir die Bezahlung dafür ausrechnen würde... da wäre das Betreuungsgeld ebenfalls nur noch ein kleines Taschengeld :-
    )

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  6. Absolut klasse. Du sprichst mir aus der Seele.

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